Bettgeschichten

von poscoleri

Erstens: Ich liege in einem Bett, bäuchlings, meine Arme gen Bettende gestreckt, die Augen geschlossen. Plötzlich werde ich schwer, wiege mindestens zweihundert Kilo, jeder meiner Arme mindestens dreißig. Ich kann mich nicht mehr bewegen, ich würde mich gerne drehen und wenden, doch mein Gewicht übersteigt meine Kraft. Das Bett gibt meinem erhöhten Gewicht nicht nach. Zehn Minuten liege ich bewegungslos da, bis ich endlich mein Normalgewicht erreiche und mich erleichtert zu Seite wende.

Zweitens: Ich liege in einem Bett, bäuchlings, meine Arme gen Bettende gestreckt, die Augen geschlossen. Plötzlich wächst das Bett unter mir zu einer enormen Breite an. Ich könnte mich in jede Richtung recken und wenden, im Umkreis von zwanzig Metern ist nichts, keine Bettkante und keine Wand. Zehn Minuten liege ich bewegungslos da, bis ich endlich die Wand berühre und mich erleichtert zur Seite wende.

Drittens: Ich liege in einem Bett, bäuchlings, meine Arme gen Bettende gestreckt, die Augen geschlossen. Plötzlich verliere ich mein Raumgefühl und glaube auf dem Rücken zu liegen, mit den Beinen am Kopfende. Im nächsten Moment spüre ich den Plafond unter mir und hänge kurz darauf kopfüber von diesem, die Seitenwand an meinem Rücken. Ich mache einen Kopfstand auf der gegenüberliegenden Wand und einen im Bett. Zehn Minuten liege ich bewegungslos da, bis ich endlich wieder Tür und Fenster an den ursprünglichen Stellen verorte und mich erleichtert zur Seite wende.

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