Menschen

von poscoleri

Ich glaube, ich bin an Menschen nicht sonderlich interessiert. An Menschen, die nicht die wenigen paar sind, die ich liebe und die mich interessieren. Mich interessieren von dieser sehr großen Gruppe von Menschen nicht ihre Interessen noch ihre Leiden. Ich glaube an einen alltäglichen Umgang mit Menschen, für den es mich nicht interessieren muss, wer sie sind, was sie antreibt und woran sie kränkeln. Ich glaube an eine Form von Nächstenliebe, für die es irrelevant ist, wieso und weshalb Menschen sich auf irgendeine Art zu mir verhalten. Ich will es nicht wissen und ich kann es nicht wissen, es überfordert mich. Ich muss niemandes Beweggründe verstehen und keine Entschuldigungen anhören. Ich will nicht verständnisvoll nicken und den Kopf ohne Verständnis wippen. Ich kann freundlich sein zu Menschen, ohne sie zu mögen, ich will sie nicht mögen, sie tangieren mich nicht. Sie spielen nicht mit in meinem Spiel, sie sind die Hintergrundbeschallung. Ich muss sie nicht respektieren und nicht tolerieren, ihnen nicht verzeihen und ihnen nichts nachsehen, ich muss sie nicht. Ich kann ihnen begegnen wie den mir entgegenkommenden Passanten, die sie sind. Meinen Respekt, meine Toleranz, mein Verzeihen, meine Nachsicht und mein Einfühlungsvermögen und meine Liebe spare ich mir auf für die wichtigen Menschen, denn bei ihnen brauch ich sie nicht, mit ihnen bin ich. Mit den anderen Menschen kann ich umgehen ohne sie wahrzunehmen, ich kann ihnen alles entgegenbringen, was sie für einen alltäglichen Umgang für nötig erachten, was sie schätzen, aber es hat nichts mit ihnen zu tun. Es macht keinen Unterschied, wieso sie nett sind oder rüpelhaft, zuvorkommend oder arrogant, wieso sie mich anrempeln oder mir ausweichen. Für all das gibt es keine Worte und die Wörter bleiben vage, doch es ist so wichtig wie nichtig, und deshalb muss und soll es geschrieben werden. Dies soll die Grundlage sein für alle Erklärungen, es soll mich erklären und es soll mich schreiben, ich habe genug.

Mit der Liebe kommt das Interesse, und das ist schon fordernd genug. Ich habe nicht die Kapazität und nicht die Kraft, die Menschen sind größer als ich. Ich muss sein und ich muss schreiben, ich muss mich schreiben und rausschreiben, und ich kann mich nicht beschäftigen mit all den Menschen, die sich mir täglich präsentieren. Ich muss sein im Moment und vergehen im selben. Ich muss schreiben und sein, um nicht schreiben und sein zu können danach. Ich bin so uninteressiert an den Menschen und ihren Gefühlen, ich wünsche ihnen das Beste. Ich schätze gute Geschichten, ich kann selbst keine erzählen, aber nichts wäre mir belangloser als die herumfliegenden Emotionen und der restliche persönliche Schrott.

 

Ich glaube, ich bin an Menschen sehr interessiert. Mich interessieren ihre Interessen und ihre Leiden. Ich glaube an einen alltäglichen Umgang mit Menschen, für den es mich interessieren muss, wer sie sind, was sie antreibt und woran sie kränkeln. Ich glaube an eine Form von Nächstenliebe, für die es relevant ist, wieso und weshalb Menschen sich auf irgendeine Art zu mir verhalten. Ich will es wissen und ich kann es wissen. Ich muss Beweggründe verstehen und Entschuldigungen anhören. Ich will verständnisvoll nicken und den Kopf voll Verständnis wippen. Ich kann freundlich sein zu Menschen, ich will sie mögen, sie tangieren mich. Sie spielen mit in meinem Spiel, sie sind essenziell. Ich muss sie respektieren und tolerieren, ihnen verzeihen, ich muss sie. Ich kann ihnen begegnen wie den mir entgegenkommenden Passanten, die sie sind. Meinen Respekt, meine Toleranz, mein Verzeihen, meine Nachsicht und mein Einfühlungsvermögen und meine Liebe erhalten sie. Mit den Menschen kann ich umgehen indem ich sie wahrnehme, ich kann ihnen alles entgegenbringen, was sie für einen alltäglichen Umgang für nötig erachten, was sie schätzen, sie haben es verdient. Es macht einen Unterschied, wieso sie nett sind oder rüpelhaft, zuvorkommend oder arrogant, wieso sie mich anrempeln oder mir ausweichen. Für all das gibt es keine Worte und die Wörter bleiben vage, doch es ist so wichtig wie nichtig, und deshalb muss und soll es geschrieben werden. Dies soll die Grundlage sein für alle Erklärungen, es soll mich erklären und es soll mich schreiben, ich habe genug.

Ich habe die Kapazität und die Kraft, für die Menschen muss ich größer sein als ich. Ich muss sein und ich muss schreiben, ich muss mich schreiben und rausschreiben, und ich kann mich auch beschäftigen mit all den Menschen, die sich mir täglich präsentieren. Ich muss sein im Moment und vergehen im selben. Ich muss schreiben und sein, um nicht schreiben und sein zu können danach. Ich bin so interessiert an den Menschen und ihren Gefühlen, ich wünsche ihnen das Beste. Ich schätze gute Geschichten, ich kann selbst keine erzählen, aber nichts wäre mir mehr von Belang als die herumfliegenden Emotionen und die restliche persönliche Schönheit.

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