Eins Zwei Irgendwas

von poscoleri

Ein neoliberaler Siebzehnender kritisiert Eigentümerstrukturen und wartet auf die entsetzte Atempause. Daneben steht ein zornig aufstampfendes Eichhörnchen, es ist mit Ausnahme eines Fußes vollständig frittiert und wirkt eher durch unglückliche Umstände in wutbürgerischer Pose gefangen als wahrhaft erbost. Hinter den beiden sitzt am Boden Michel Barnier und verkauft nach Michel-Barnier-Art irgendetwas, das man sogleich schon vergessen hat.

Ich will nicht wissen, was eine Sendung namens „40+ Jetzt oder nie“ in einem Land mit einer Lebenserwartung von 79,2 beziehungsweise 83,6 Jahren vermitteln soll, plane aber dennoch Servicemagazine für den gemütlichen Nachmittag mit Titeln wie „Endstation Kreißsaal – Was soll jetzt noch kommen?“ oder „Diagnose Pampers – Windeln tragen und trotzdem lachen“.

Von mir aus sollen die Menschen bei sich selbst niedrigere Standards anlegen als bei anderen, ich werde das jedenfalls nicht tun und Menschen sind mir ja eigentlich auch recht egal, zumindest wäre das wünschenswert, und allermeistens sind sie ja wirklich auch nur ärgerlich und mehr nicht. Es beginnt alles bei dir selbst. Ich bin ein großer Verteidiger individueller Standpunkte und Gefühlsregungen und des Verteidigung dieser gegen scheinbar ausverhandelte Konsense. Aber verlang nicht, dass dich das Wachpersonal auf deiner Flucht begleitet. Anschlussfähigkeit ist kein Menschenrecht.

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