Die Langeweile ist in allen von uns und die Trauer, vor allem in den Menschen mit komischen Nasen

von poscoleri

Ich bin wohl Teil der Generation, die als letzte das Konzept eines „Reisebüros“ genießen konnte. Dies ist nun wirklich kein Grund zur Trauer, und doch, ein kleines bisschen Komfort und Dienstbotenmentalität wird wohl mit uns sterben, auf dienender Seite wie auf bedienter. Das ist freilich Schwachsinn und doch war es für einen kurzen Moment ein interessanter Gedanke, in etwa wie ein Mensch mit einer seltsamen Nase oder die leise Ahnung einer mitreißenden Erzählung vor der totalen Langeweile. Menschen sind ja des Öfteren wirklich wie dieser Gedanke, man möchte ihnen eine Chance geben, aber sie sind einfach totlangweilig, und das sage ich, ich bin die stille Norm der Langweiligkeit.

Eine Sonne aus Gold so fantastisch, als wollte sie uns verschlingen und umarmen im selben Moment. Vor einer Einkaufshalle ein architektonischer Super-GAU, ich möchte sterben, das kann und darf kein Mensch erdacht haben. Draußen kaufst du zwischen kalten Winden und Urin Fahrkarten an Automaten, um dann minutenlang durch diese Hölle zu marschieren, wo am Ende dann ein betont hübscher, hochglänzender Eingangsbereich, nein eine Lobby, ein Entree gar, darauf wartet dich in Züge zu verfrachten. Nein, das ist die Hölle und nicht weniger, schwachsinniger geht’s hoffentlich weder heut noch morgen, ein bloßes Nein ist nicht genug, ich muss trotzig hinfort stapfen.

Zu „eigensinnig“ hätte der Fußballer gehandelt, erzählt man mir, doch hätte er getroffen, wär alles gut gewesen und das regt mich gerade über die Maßen auf, denn eigentlich sagt man viel zu selten „schlecht“, wenn man es eigentlich möchte. Es war zu schlecht ausgeführt, denn es führte nicht zum legitimierenden Erfolg, es war nicht zu eigensinnig oder zu riskant oder zu kurzsichtig, denn im Erfolgsfall wären das alles hervorzuhebende Qualitäten, sie hätten bloß andere Namen. So will ich nicht leben, nein. Das ist doch traurig.

Advertisements