Eine Neigung

von poscoleri

Manchmal, selten, kann etwas Kleines dir alle Lust, allen Drang, alle Hoffnung und alles Streben wiedergeben, oder was du sonst auch noch gesucht haben mögest. Es mag eine Doku sein über einen grandiosen Künstler oder eine unerwartete Antwort eines unbekannten Menschen oder ein Geruch, der durch deine Wohnung zieht, und dir erzählt von vielen schönen Abenden und noch viel mehr noch schöneren Morgen. Ein leiser Hauch von Terror, wie ein Abgesang auf alles Menschliche auf dieser Welt, dabei ist es doch das genaue Gegenteil. Im Kopfstand werden die Bäume uns Trockenwürste sein, wir müssen es uns nur eingestehen. Wenn du schlussendlich am 47. Tage aus der Türe schreitest, wird es gerade so gut sein wie am ersten, es macht doch schließlich nichts. Die Effizienz kämpft uns zu Boden, hat uns unseren eigenen Abverkauf abverlangt. Wir wollen schiefe Bilder sein, vom Lot geschieden. Kein Mensch soll uns verstehen, wir wollen wanken wie betrunkene Salamander am frühen Morgen. Niemand soll uns je kapieren, wer uns folgen kann wird uns ebenso verlieren. Wir wollen streiten um des Streites willen, geboren aus der Unvernunft, wie die Kinder wollen wir fallen, in Berge weißer Blätter. Wir wollen gleichgültig sein, bequem und konform, kreativlos und reaktionär, wollen uns unterordnen und endlich resignieren. Wir haben kein Erbarmen mit dem Schwachen, das wir sind, wir wollen schwach sein und blind.

Ich roch etwas, das ließ mich lächeln. 

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