Er schreibt

von poscoleri

Er hat seit Jahren nicht gestaubsaugt, soviel ist klar, dabei tut sein Kopf ja nichts anderes als sich ständig vorzumachen, irgendwelche Gedanken staubzusaugen. Alles ist irgendwie dreckig, denkt er sich, während er sich an der Schläfe kratzt und die ausfallenden Haare von seinen blutigen Fingern streicht. Banal, das alles, aber so sind Menschen und ihre Gedanken eben, schreibt er in sein Notizbuch und findet sich subtil und hintergründig dabei. Wenn wir wüssten, was wir sagen wollen, müssten wir es ja nichts sagen, und wenn uns die Menschen verstünden, müssten wir ja nicht mit ihnen reden. Das ist gut, denkt er sich, peppig und langweilig, genau das habe ich gesucht, offensichtlich und unverständlich. Wären die Worte den Dingen gerecht, wären sie keine Worte mehr, kritzelt er, haha. Schreibblockade, Papperlapapp. Einfach nur sinnbefreit die erstbesten Gedanken niederschreiben um sie nicht denken zu müssen, so macht er das gern. Man hat ja sowieso viel zu viel Zeit zum Denken im Leben, schreibt er, hier
ein Absatz, wohin soll das führen wenn nichts passiert. Zwei Sätze noch und dann ist es gut, das ist noch wichtig:

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