Liebe

von poscoleri

Ich sitze auf einem Abhang aus roter Erde und Disteln neben einem Fluss, der so langsam fließt, dass die Algen senkrecht im grünen Wasser stehen. Aus Langeweile gehe ich zurück ins Haus, der Feigenbaum beachtet mich kaum, es riecht nach Pasta wie überall hier & ich gehe ins Wohnzimmer. Der Dreijährige muss ins Bett und ich folge ihm hinauf zum mir zugewiesenen Zimmer. Mein Bett für diese Nacht ist seines und er hat sich schon unter Mutters Bettdecke verkrochen. Sie weist ihn an, mir ein Buonanotte-Baccino zu geben, aber er ist schüchtern und kennt mich kaum. Ich bedanke mich bei ihm für sein Miniaturbett, drehe mich um und gehe zum Bad. Plötzlich, mit kaum vernehmbarer Stimme, haucht mir etwas hinterher. „Michele“ – ein kleiner Kopf reckt sich mir in Brusthöhe entgegen und erwartet meinen Kuss.

 

Mehr will ich nicht.

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