Es wird ja – Ein Fragment

von poscoleri

Wenn ich morgens aufstehe, brummt es in mir. In meinem Kopf. Wenn ich getrunken habe, aber auch wenn nicht. In meinen Ohren. Dieser Tinitus, dieses endgültige Rauschen, das geht auch nicht mehr weg. In meinen Augen. Diese Unschärfe, dieses visuelle Rauschen, das alles um mich herum eins werden lässt. In meinen Knochen. Den linken Fuß ziehe ich schon lange nicht mehr zur Verantwortung, sondern nur noch hinter mir her. In meinem Magen. Wo ich mir nie sicher bin ob mich das Essen drückt oder eine Bandscheibe, die sich in Richtung Bauchnabel bewegt. Ich sehe Rauschen, ich höre Nebel. Knochen so weich wie Schwämme und Bandscheiben so hart wie Steine.

Es wird ja alles nicht mehr besser.

Wenn ich durch die Gänge schreite, bin ich unendlich froh, dass ich nie Freunde gefunden habe, die ich übersehen oder überhören könnte. Ich wüsste ja nicht mal, ob sich ein etwaiges Umdrehen überhaupt noch auszahlen würde, die Mühe wäre ja wohl eine gewaltige.

Es wird ja alles nicht mehr leichter.

Wenn ich versuche, mich zu verständigen, fehlt mir oft alles.

Es wird ja nicht.

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